Wir begegneten uns im Sommer 1994 am Place de Vosges in Paris, sie kauerte auf einer Bank und skizzierte, neben ihr ein Stapel Postkarten, mit Kreide bemalt. Ihre gekonnte Linienführung gefiel mir. Sie verbrachte ein ganzes Studienjahr in Paris und zeigte mir alle ihre Oasen, wo sie dem Großstadtleben entfloh. Da gab es die Obstgärten im Parc de Sceaux, die Apfelbäume, die sie gemalt hatte, die bunten Blumenbeete am Place Royale, die Dachterrasse auf dem Samaritaine mit Blick über die Stadt. Auf unseren Spaziergängen durch die Stadt erzählte sie von ihrer Mutter und ihrem Großvater, beide als Grafiker tätig, durch die sie früh im Malen gefördert wurde. Später lernte sie an der Folkwang Schule in Essen. Schon als Studentin liebt sie das Reisen, ihre Bilder leuchten in den Farben von Italien, Frankreich, Afrika und Indien. Sie hinterlässt gerne als Gastgeschenk Bilder, bemalt die Dachterrasse eines Hotels auf Sansibar, mich wundert es wenig, dass ich bei einem Bekannten in Berlin ein Bild von ihr entdecke. Er hatte sie für ein paar Wochen in seinem Haus an der Atlantikküste in Frankreich aufgenommen, sie hatte das Bild hinterlassen-ein Französisches Landhaus, Wäsche weht im Garten. Sie nimmt Unterricht an der SVA in New York, ihre Bilder werden mutiger und freier, sie löst sich zunehmend von der Form. Ihre Farbauswahl ist stets außergewöhnlich. SIMONE MUENKELs Bilder sind harmonisch komponiert, sie wollen uns berühren und wollen erlebt werden. Selten sind sie bedeutungsträchtig, vielmehr inspirierend.

SIMONE MUENKELs ist eine eigenwillige Künstlerin, von der wir noch viel sehen werden.


Prof. W. Hofmann, im Mai 2014


Der Künstler sollte "Sehen" lernen. Sie ist eine Künstlerin mit suchenden Augen, sie wird sehen können.

Prof. G. Graubner über SIMONE MUENKEL, im Juli 2011